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Das Tagesgeschehen in Chemnitz (Update 22.11.20)

Chemnitz ist nicht nur für angebliche Nazi-Aufmärsche bekannt, sondern seit November dieses Jahres für einen möglichen Skandal in der AfD. Was ist passiert? Der wortgewaltige Journalist und Autor Michael Klonovsky, bekannt für seine Aphorismen und Blogs, wurde für den Bundestagswahlkreis Chemnitz in Westsachsen als Direktkandidat für die nächste Bundestagswahl nominiert – also Dinge, die eine Partei vor einer wichtigen Wahl eben so tut.

konflikt

+++ Update 22.11.2020 11:00 +++

Nun hat sich Michael Klonovsky selbst zur Causa geäußert. Auf seinem Blog zeigt er sich vom »friendly fire« sehr überrascht. Der Publizist widerspricht dem Vorwurf, er sei ein NATO-Fan, spricht sich aber gleichzeitig für die Marktwirtschaft aus. Dabei kritisiert er zugleich den globalen Kapitalismus und schließt diese Kritik folgendermaßen ab: »Der Markt steht für Freiheit, und diese Freiheit wird in die Zange genommen.« 

Den Großteil seines Textes widmet er den Kritikern, die ihm seine Aussage im AfD-TV vorwerfen. Er geht dabei in drei Schritten vor: Zuerst spricht er die demographische Entwicklung an, die eine multiethnische AfD erzwinge, da der Anteil der autochthonen Deutschen immer mehr sinken würde. Danach schreibt er über die »Defekte« der Deutschen, die nach jahrzehntelanger Unbildung und Gehirnwäsche nicht mehr AfD wählen würden. Über diese beiden Prämissen kommt er auf den Schluss, dass die AfD multiethnischer werden müsste, um noch genug Wähler erreichen zu können. Ganz eindeutig fordert er aber, dass sich die Migranten assimilieren und nahtlos in die Gesellschaft einfügen müssten. Klonovosky fordert also in letzter Konsequenz eine monokulturell-multiethnische Gesellschaft.

Den ganzen Text könnt ihr hier finden

+++ Update 21.11.2020 15:00 +++

Die JA Chemnitz-Erzgebirge hat am heutigen Samstag ein Statement veröffentlicht, in welchem sie die Wahl Klonovskys heftig kritisiert. Konkret werfen sie ihm vor, dass er nicht lokal verankert und bis 2016 ein Teil des Systems gewesen sei, was ihn unauthentisch mache. Dennoch sollten enttäuschte Mitglieder nicht austreten, und man würde als JA-Verband den Kandidaten des Wahlkreis Chemnitzer Umland – Erzgebirgekreis II, Mike Moncsek unterstützen.

Den Beitrag könnt Ihr hier finden.

+++ Update 21.11.2020 13:00 +++

Mittlerweile hat Joachim Paul sich ein zweites Mal zur Causa geäußert. In einem Facebook-Statement verteidigte er Klonovsky gegen den Vorwurf des Liberalismus und wies unter anderem darauf hin, dass der gelernte Maurer Klonovsky arbeiternäher sei als »selbst ernannte ‘Arbeiterkumpel’« aus »Ateliers und Bibliotheken«. Weiterhin nahm er direkt auf Kritik vonseiten des Youtubers Klemens Kilic Bezug, der ihm unter anderen vorgeworfen hatte, gemeinsam mit Klonovsky eine multikulturelle AfD anzustreben. Außerdem hatte er Paul mangelnden »geraden Rücken« attestiert, weil jener auf einen früheren Tweet nicht mit einem eigenen Tweet, sondern mit einem Facebook-Beitrag reagierte. Paul ging auf diese Vorwürfe im Einzelnen ein und antwortete seinerseits mit einigen Seitenhieben – unter anderem spielte er auf die Telefonstreiche an, für die Klemens Kilic bekannt ist.

Den Beitrag könnt ihr hier finden.

+++ Update 20.11.2020 14:30 +++

Der RLP-Politiker und Mitglied des Bundesvorstands Joachim Paul (MdL) hat auf die Kritik reagiert. Er weist die Vorwürfe an Klonovsky zurück und fragt hinsichtlich der »mitteldeutschen Regionalismus-Partikularismus-Debatte«, ab wann ein Politiker »sächsisch« genug sei. Er bringt das Beispiel, dass auch Politiker wie Björn Höcke gar nicht aus dem Bundesland kommen würden, indem sie politisch aktiv sind und Mandate halten.

Zudem spricht Paul auch den Trubel um die Aussage Klonovskys an, dass die AfD »multiethnischer« werden müsste. Er plädiert für eine Öffnung der Partei gegen über »vollständig assimilierten« Einwanderern und nennt die deutsch-serbische oder deutsch-armenische Gemeinschaft als Beispiel.

Er beendet seinen Text auf Facebook mit dem Hinweis, dass bei einigen Kritikern wohl der »nationale Minderwertigkeitskomplex hier subkutan nachwirken« würde.

Pauls Beitrag könnt ihr hier finden.

+++ Originalartikel 19.11.2020 +++

Wo liegt jetzt der Hund begraben? Einige Beobachter und lokale AfD-Mitglieder sprechen von einem »Coup«. So schreiben Twitter-User, dass Klonovsky selbst keine Bezüge zur Region und Stadt Chemnitz hätte, ebenso soll er sich in seiner Rede auch gelangweilt gegenüber regionalen politischen Aspekten gegeben haben. Pikant: Die Wahl Klonovskys soll auch in den Kampf der Parteiführung gegen den ehemaligen Flügel eingebettet sein. So wurde auch der Kreisvorstand ausgetauscht; der neue Vorsitzende war eine führene Person der AM Sachsen (Alternative Mitte).

Ebenso sollen vor allem AfD-Mitglieder, die sonst eher auf anderen Ebenen in Chemnitz aktiv sind, bewusst für Klonovsky abgestimmt haben, während die lokalen AfD-Politiker eher für Oehme stimmten. Dies könnte als Usurpation der kommunalen Autonomie durch Akteure aus der Landes- und Bundespolitik aufgefasst werden.

Auch aus dem metapolitischen Vorfeld der Partei ertönen kritische Stimmen zum Vorgang: Der Autor Benedikt Kaiser und der Verleger Philipp Stein zeigten sich in Tweets sichtlich überrascht:

Im politischen Sinne scheint die Wahl Klonovskys wirklich fragwürdig zu sein. So vertritt er eine eher liberale Fraktion in der Partei, während die AfD in den östlichen Bundesländern vor allem als sozialpatriotische Alternative zum Mainstream gewählt wird. Auch lässt sich der Vorwurf der fehlenden Wurzeln nicht einfach so wegwischen: Er ist zwar gebürtiger Sachse, wuchs aber in Ostberlin auf und ist heute laut eigenen Angaben in München wohnhaft. Beides zusammengenommen läge eigentlich nahe, einen Mann wie Klonovsky als Direktkandidaten eher in einem urbanen westdeutschen Zentrum aufzustellen als in Westsachsen.

Zusätzlichen Trubel hat eine Aussage Klonovskys im hauseigenen AfD-TV ausgelöst. Als Abschlusswort einer Diskussionsrunde sprach er sich dafür aus, die AFD müsse »multiethnischer« werden, da es »dort noch viel zu holen« gäbe. Die beiden anderen Mitdiskutanten Marc Jongen und Joachim Paul stimmten der Aussage zu. Auf Twitter kochten daraufhin insbesondere im Nachgang der jüngsten Wahl in Chemnitz die Emotionen hoch: Neben fehlplatzierten Beleidigungen gab es auch harte, sachliche Gegenrede. Der Tenor: Die AfD soll explizit nicht multiethnischer werden. Fraglich ist, ob Klonovsky diesen Satz als Spaß zum Abschluss meinte. Im Kontext betrachtet, kann man diese Vermutung wohl verneinen.

Klonovsky selbst hat bisher nur mit einem Tweet an Benedikt Kaiser reagiert. In diesem akzeptierte er Kaisers Bezeichnung als »Marktradikalen«, widersprach aber dem Vorwurf, ein »NATO-Fan« zu sein. Auch das ehemalige CDU-Mitglied Samira Kley äußerte sich und stellte indirekt die Frage, ob eine multiethnische AfD unvermeidbar wäre. Zudem machte sie auf die Beleidigungen in Richtung Klonovsky aufmerksam – jedoch leider nicht, ohne selbst ausfallend in Richtung seiner Kritiker zu werden.

Bricht man diesen Konflikt runter, sind die Fronten wohl klar: das eher junge und konservativ-neurechte Lager gegen die Liberalen. Nun gehören Debatte und Dissenz zu einer Partei dazu, aber wir sollten uns an dieser Stelle fragen, inwiefern solche Streitereien nützlich sind. Eines ist sicher: Wir wollen keine neokonservative AfD oder eine muffige AfD im Stile einer 80er-Jahre CDU. Wir fordern eine wirklich neue rechtskonservative Alternative zum grauen Lager der Altparteien. Wir wollen souveräne Positionen zu Zukunft, Heimat, Identität. Klonovsky, aber auch seine Kritiker, müssen sich an dieser Stelle fragen, inwiefern ihr Handeln nützlich sein kann. 

Ist ein dissidenter Journalist, der mit jedem Satz den Nagel auf den Kopf des Establishments trifft, nicht außerhalb des Parlaments besser aufgehoben? Und wenn nicht: Wieso muss er dann ausgerechnet in einem Wahlkreis kandidieren, mit dem er fast nichts zu tun hat? Das neurechte Lager muss genau solche Kritik äußern, ohne seinen Gegnern mit niveaulosen Beleidigungen das zu liefern, was sie hören wollen. Denn von solchen Streitereien profitiert am Ende nur eine Seite: Die Gegner der AfD.

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Veröffentlicht in Politik

8 Kommentare

  1. RTM RTM

    Sehr geehrte Konflikt-Mag-Redaktion

    Ich weiß nicht, ob sie über Kontakte zu hochrangigen Funktionären im sächsischen Landesvorstand verfügen, aber für den Fall, dass es so ist, schreibe ich ihnen.

    Besteht den nicht die Möglichkeit, dass diese Wahlen wiederholt werden?

    Ich habe auch den starken Verdacht, dass die gestrigen Geschehnisse in Chemnitz eine Schlacht war in Meuthens Krieg gegen den Flügel und generell gegen alle, die seiner AfD-Vision einer CDU 2.0 im Wege stehen. Es galt wieder einen Flügel-Mann aus dem Weg zu räumen.

    Vielleicht hat Meuthen diese Wahl beeinflusst. Vielleicht wurden Leute irgendetwas in Aussicht gestellt – Posten oder Mandate – wenn Sie sich für den richtigen Kandidaten entrscheiden?

    Deshalb meine Frage, ob nicht die Möglichkeit besteht, dass diese Wahlen wiederholt werden können. Kann nicht der sächsische Landesvorstand eine Neuwahl anordnen?

    Ich bin mir sicher, wenn die Chemnitzer AfD-Aussage mit seiner “Die AfD muss multiethnischer werden” Aussage vertraut sind, die Wahlergebnisse völlig anders aussehen werden.

    Hier sollte man wirklich keine falschen Skrupel anwenden. In den Landesverbänden, in denen der Meuthen-Clan das Sagen hat, wie z. B. NRW ist es durchaus üblich, dass der Landesvorstand Wahlen wiederholen lässt, wenn die “Falschen” gewählt werden.

  2. Joachim Paul muss ich insofern zustimmen, dass angesichts von Klonovsky sonstig eher deutschnational zu verstehenden Aussagen, die Wortwahl “multiethnisch” in einem ganz anderen Kontext stattfindet als bei einer Grünen Pastorin.

    Hinsichtlich von voll-assimilierten Migranten, wenn man sie dann noch so nennen will, wäre das eine Reinheitsdebatte, die völlig am Punkt vorbei geht. Und im Hinblick auf solche Wähler muss die AfD ihnen die Angst nehmen, dass sie unter einer AfD-Regierung wie die Juden nach dem Ersten Weltkrieg dann trotz aller vaterländischen Verdiente auf Listen gesetzt und zur Abschiebung freigegeben werden.

    Gleichzeitig muss man Klonovsky, der durchaus ein Bewusstsein haben müsste, wie Worte wirken können, da eine grobe Fahrlässigkeit attestieren. Das er aber tatsächlich glaubt, dass im Sinne des Mainstream-Verständnisses von multi-ethnisch jemand Deutscher sein könne ohne deutsch zu sein, kulturell oder familiär, mag ich, wie gesagt, angesichts früherer Aussagen von ihm anzweifeln.

    Ich würde aber auch sagen, dass Klonovsky durchaus eine positive, auch schillernde Figur mit viel Sympathie unter Rechten Wählern ist und es daher naheliegend ist ihn für die Parteipolitik zu gewinnen, allerdings Chemnitz wirklich das falsche Milieu wäre.

    Die Osterfahrung steckt ihm deutlich in den Knochen, weshalb er für eine westdeutsche Großstadt sicher keine gute Wahl wäre, aber habituell passt er tatsächlich mehr zum bürgerlich, sub-urbanen Publikum der Vorstädte und Speckgürtel großer Zentren.

    Dresden, Leipzig, Berlin oder Magdeburg wären wohl angemessenere Wirkungsorte.

    Da die AfD sich nach wie vor damit schwertut auf kommunaler Ebene Strukturen aufzubauen, halte ich es für ein fatales Signal da diese Ebenen seitens des Bundes zu übergehen. Der soziale Leidensdruck wird dort durch die geringe pol. Macht und relativ geringen Statuszuwachs kaum ausgeglichen, das heißt auf kommunaler Ebene engagieren sich vor allem Leute, die mit einer gehörigen Portion Idealismus oder Aktivismus dabei sind und denen ohne eine Form von Dialog sowas überzustülpen kann nicht gut ankommen.

    • konflikt konflikt

      Ein interessanter Beitrag mit vielen wichtigen Anmerkungen. Nur in einem Punkt müssen wir widersprechen:

      “Hinsichtlich von voll-assimilierten Migranten, wenn man sie dann noch so nennen will, wäre das eine Reinheitsdebatte, die völlig am Punkt vorbei geht. Und im Hinblick auf solche Wähler muss die AfD ihnen die Angst nehmen, dass sie unter einer AfD-Regierung wie die Juden nach dem Ersten Weltkrieg dann trotz aller vaterländischen Verdiente auf Listen gesetzt und zur Abschiebung freigegeben werden.”

      Dieser Gedanke ist insofern nachvollziehbar, dass er Resultat einer jahrzehntelangen Erziehungsarbeit ist. In der Schule, im Fernsehen, in der Literatur und in der Politik wird, wenn über Nationalismus und einen emphatischen Volksbegriff gesprochen wird, stets und ständig auf die verhältnismäßig kurze Phase des radikalen, rassisch-exklusiven Volksbegriff der Nationalsozialisten hingewiesen. Dass in intellektuellen Köpfen bei jeder Andeutung eines emphatischen Volksbegriffes sofort die entsprechenden Assoziationen aufflackern, wundert also nicht.

      Doch geht diese Vorstellung an der Lebensrealität im Jahre 2020 komplett vorbei. Faktisch gibt es heute auf der politischen Rechten keine relevanten Stimmen, die etwa den historischen Ausschluss von Deutschnationalen jüdischer Abstammung durch die Nationalsozialisten nicht für falsch halten. Im Gegenteil zeigt sich gerade in der neu erwachenden konservativen Bewegung eine grundsätzliche Bereitschaft, Patrioten mit ausländischen Wurzeln unterschiedslos als Teil der Bewegung zu betrachten. Selbst gegenüber explizit nicht-assimilierten Minderheiten, die sich grundsätzlich pro-deutsch positionieren und zum Beispiel (trotz Anfeindungen durch den Mainstream) für die AfD eintreten, gibt es Offenheit und Gesprächsbereitschaft vonseiten deutscher Patrioten – was weltweit relativ einzigartig ist.

      Vor diesem Hintergrund ist die beschworene “Angst” vor einem erneuten exklusiven Volksbegriff, der Menschen ihre deutsche Identität absprechen will, mehr Augenwischerei denn Realität. Und sie dient in der absoluten Mehrheit der Fälle – nämlich immer dann, wenn sie vom antinationalen Mainstream beschworen wird – ausschließlich der Bekämpfung konservativer Kräfte. Denn in der Realität ist es eben keinesfalls so, dass eine konservative Kraft im Begriffe ist, politische Mehrheiten zu erlangen und effektiv darüber zu entscheiden, wer zum Volk gehört und wer nicht. Im Gegenteil erleben wir einen globalen Angriff auf das Prinzip des Nationalstaates und auf seine Substanz, das historisch gewachsene Staatsvolk. Konservative, die zu ihrem Volk stehen, sind faktisch in der Defensive.

      Nicht wir sprechen also irgendjemandem seine Identität ab – wie uns vom medialen Mainstream fortlaufend unterstellt wird – sondern unsere eigene Identität wird täglich denunziert, angegriffen und zugleich für nichtexistent erklärt. Vor diesem Hintergrund ist es ganz selbstverständlich, die Betonung auf das Eigene, die eigene Gruppe und ihren Zusammenhalt zu legen. Auf nichts anderem beharren die Kritiker Klonovskys angesichts seiner Aussage, die AfD müsse “multiethnischer” werden. Bis auf ein paar infantile Beleidigungen belief sich der Großteil der Kritik auf die Forderung, dass die AfD sich als explizit pro-deutsche Partei aufstellen soll. Das heißt nicht, dass Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln, die sich als Deutsche identifizieren, nicht an diesem Projekt mitarbeiten können – sie tun es ja jetzt schon. Aber es heißt, dass die AfD als patriotische Alternative explizit nicht ihr Profil aufgeben sollte, um Wählergruppen, die sich nicht als Deutsche identifizieren, für sich zu gewinnen. Denn dies würde unweigerlich einen Verlust ihres Alleinstellungsmerkmals und damit ihrer Existenzberechtigung als reelle Alternative bedeuten.

      • Ich wollte auch nicht behaupten, dass das so sei oder in der derzeitigen geistigen Lage wieder so sein könnte, aber sagen wir, ich erlebe auch online abseits von altrechten Blasen doch noch sehr viel Ressentiments, wenn einer als nicht “volldeutsch” wahrgenommen wird.

        Mich beschäftigt mehr die Frage, ob wir es eben schaffen, den Leuten Existenzialängste zu nehmen und dazu reichen ja die kleinen Gesten, die politisch auch nicht viel kosten müssen. Auch wenn der Nationalsozialismus historisch und geistesgeschichtlich erledigt ist, wirft er nach wie vor einen langen Schatten und natürlich wird die zeitgenössische Rechte, was sich unfair ist aber damit müssen wir nun mal arbeiten, auch mit den daran geknüpften Ängsten gemessen und es wäre da sehr viel leichter den Linken ihre menschlichen Schilde (ähnlich wie bei Juden und Homosexuellen) zu entziehen, wenn man solche Unklarheiten gar nicht erst offen lässt.

  3. Devon Devon

    Ich weiß nicht, warum Sie hier einer Person Joachim Paul eine Plattform geben? Wissen Sie, wer das ist?

    Joachim Paul gehört zu den Unterstützern Meuthens im Bundesvorstandes. Er unterstützt dessen Kampf gegen den Flügel und alle nationalkonservativen Kräfte. Er hat auch den Rauswurf von Andreas Kalbitz mit unterstützt.

    Leute wie Joachim Paul und ihr “Kurs” sind für den Niedergang der AfD verantwortlich.
    In jedem Landesverband, wo der sog. “gemäßigte” Meuthen-Flügel, zu dem auch Paul zählt, die AfD-Vorstände dominiert, ist die AfD am Abgrund. Die Verbände in Niedersachsen, NRW, oder Niedersachsen wurden unter Herrschaft dieser Leute zu einer kaum noch wahrnehmbaren, inaktiven Kleinstpartei verzwergt mit Wahl- und Umfragerbnissen von 5%.

    Der Kurs des Meuthens-Flügels ist komplett gescheitert. Nicht nur, dass dieser Kurs der AfD massiv Wähler gekostet hat (die AfD hat seit 2018 rund die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren) sondern er ist auch gescheitert hinsichtlich seines Hauptziels -eine schnellstmöglich Koalition zwischen AfD & CDU!

    Meuthen und Co. haben der Parteibasis einredet, wenn sie nur immer schön “brav” und angepasst sind und sich mit Kritik zurückhalten, dann würde sich die CDU schon zu einer Koalition mit der AfD bereiterklären. Die Bundestagsdebatten der letzten zwei Tagen haben eindrücklich gezeigt, was das für eine Wahnvorstellung war: Die Politiker von CDU/CSU haben sich nur mit Hassbekundungen gegen die AfD nur so überboten.

    Und als wäre das alles nicht schlimm genug, führt dieser Flügel auch noch einen unerbittlichen Machtkampf gegen den wesentlich erfolgreicheren patriotischen Flügel in der AfD, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Um es ganz klar zu sagen:Wenn die AfD überhaupt noch eine patriotische Partei, die sich für das deutsche Volk einsetzt, bleiben soll, wenn die AfD überhaupt noch eine Zukunft haben soll, dann müssen Meuthen und seine Unterstützer wie Paul die AfD verlassen. Diese Leute haben nichts positives für die AfD geleistet und bekämpfen mit Leidenschaft die Leistungssträger in der AfD.

    Pauls Fürsprache für Klonovsky bestätigt einmal mehr, dass Klonovsky zum Mainstream-angepassten Meuthen-Lager gehört. Soll die AfD in Chemnitz bald ähliche Ergebnisse einfahren wie der AfD-Niedersachsen.

    • konflikt konflikt

      Lieber Devon, danke für Deinen Kommentar. Wir sehen uns in dieser Debatte als neutralen Beobachter und wollen dementsprechend nur berichten und zusammentragen, ohne Partei zu ergreifen. Jede Seite wird hier also nüchtern dargestellt. Im besten Falle bilden sich die AfD-Mitglieder und Sympathisanten aufgrund dieses Artikels ihre eigene Meinung zur Causa Klonovsky.

  4. Samuel Samuel

    Noch etwas zum Thema AfD und Migrantengruppen.

    Joachim Pauls Ausführungen über “assimilierte Migranten” gehen komplett an der Realität vorbei.
    Eine Assimiliation ist im Grunde nichts weiter als eine Illusion.

    Selbst eine sog. “Integration” – im Sinne einer groben Anpassung an die einheimische Kultur – ist bei kulturfremden Migranten in allen europäischen Ländern sehr häufig nicht erfolgt. Der Anteil der assimilierten – nicht nur “integrierten”– Personen unter den kulturfremden Migranten dürfte gegen Null tendieren, und ist für Wahlen komplett unbedeutend.

    Aber selbst kulturnahe europäische Migranten assimilieren sich in aller Regel nicht, (was womöglich sogar besser ist, nur dass dies viel weniger auffällt, weil deren Herkunftskultur der deutschen viel ähnlicher ist.

    Diese ganze Fokussierung auf Assimilation und Anpassung auf eine deutsche Kultur ist heute komplett daneben.

    Der grundlegende Konflikt verläuft nicht so sehr zwischen Deutschen & Assimilierten auf der einen und nichtassimilierten Migranten sondern zwischen Europäern und Nicht-Europäern.

    Angesichts der geistigen Zustandes weiter Teile des deutschen Volkes ist es gar nicht in unserem Interesse, wenn sich europäische Migranten assimilieren – erst recht wenn es um Migranten aus Ländern geht, in denen die Menschen von der 68er-Kulturrevolution weitestgehend verschont blieben und sich eine gesunde nationale Identität bewahrt haben.

    Denn wenn sich Migranten heute assimilieren, ist die Chance groß, dass sie eben jene von Kulturmarxismus und Selbsthass beeinflusste deutsche Kultur der dominanten Mehrheit der indigenen Deutschen übernehmen.

    Ein zwar nicht-assimilierter aber traditionalistischer Pole ist für unser Anliegen wahrscheinlich sogar besser geeignet, und leichter als Wähler für die AfD zu gewinnen als ein Pole, der sich der linksgrün-beeinflussten “Weltbürger”-Mehrheit der Deutschen auch nur teilweise angepasst geschweige denn vollständig assimiliert hat.

    Die Einengung auf eine Assimilation verstößt viele, möglicherweise Millionen von in der BRD wohnhaften Polen, Tschechen, Südslaven, Russen und andere Angehörige europäischer Ethnien, die ihre nationale Idenität und Kultur nicht aufgeben wollen oder können, aber dennoch für den Kampf gegen die Globalisten und ihre Afrikanisierungs- und Islamisierungspolitik gewonnen werden könnten. Gleichzeitig wirbt sie damit um assimilierte Kulturfremde, deren Zahl sehr gering ist.

    Darüber hinaus existierten auch genetische Unterschiede zwischen Völkern , was ausgerechnet Herr Klonovsky in einem seiner Vorträge (Wie konstruiert ist das Volk) auch klar anspricht: https://www.youtube.com/watch?v=fZpUU-2ZQjs
    Zwischen den eng verwandten europäische Völkern, ganz besonders aus Nachbarländern, sind diese Unterschiede vermutlich eher gering. Europäische Völker und nichteuropäische Völker können sich hinsichtlich der durchschnittichen Verteilung genetischer Merkmale erheblich unterscheiden.

    Die AfD sollte sich daher als Partei der (ethnischen) Deutschen positionieren und in zweiter Linie die Partei der weißen, europäischen Migranten – auch der nicht-assimilierten! Assimilierten kulturfremden Migranten, die sich für das deutsche Volk einsetzen wollen, sollte sie selbstverständlich weiterhin offen stehen.

    • Das sehe ich als Unsinn an. Es geht hier auch nicht um eine polittaktische Frage (selbst wenn Klonovosky Recht hätte und hier Potenzial läge, so wäre dies auch immer nur ein kleiner Teil des Potenzials weil ein großer Teil dieser Leute eben nicht assimiliert ist und weiter fleißig Einwandererparteien wählt, die ihr ethnisches Interesse damit durchsetzen) sondern ums Prinzip.

      Letztlich ist das eine Frage der Fairness und Gerechtigkeit. Das Assimilation unter den Bedingungen, wie wir sie heute haben (insbesondere einer integrationsunwilligen Gesellschaft (hier aber von links)) sehr viel schwieriger zu verwirklichen ist, ist ja nun eine der zu identifizierenden und anzugreifenden Lebenslügen der Linken. Dass es aber germanophile Zuwanderer gibt, die Teil des Ganzen sein und werden wollen, steht völlig außer Frage. Und das sich hier ein Riss zwischen europäischen und nicht-europäischen Zuwanderern auftut ist richtig, aber aus einer komplett anderen Richtung. Ich habe es ungleich stärker unter den Nachgeborenen solcher innereuropäischer Zuwanderung erlebt, dass ein National- und Kulturrelativismus gefahren wurde, als das bei außereuropäischen Zuwanderern der Fall war, die letztlich sich nicht assimilieren wollen, aber das mit dem Verharren auf ihrer Kultur begründen. Das nur so nebenbei.

      Die wichtige Frage ist, die des Prinzips, dass wir nicht unnötig jemanden ausschließen, der sich bemüht hat und willens ist zu unserem Team zu gehören oder ihm dann mit solchen Aussagen dann auch noch in den Rücken zu fallen.

      Ich würde es aber falsch finden jetzt selbst ethnische Wahl zu betreiben, wie in den USA teilweise und einen eigenen ethnischen Block aufbauen zu wollen.
      Das wiederum, wo wir uns über diesen so wichtigen Unterschied zwischen inner- und außereuropäischen Migranten unterhalten, tut die AfD und meiner Meinung nach bisher ziemlich kritiklos von Rechts bereits im Hinblick auf Russen und andere osteuropäische Migranten, obwohl hier eigentlich auch Integrationsprobleme anzusprechen wären.

      Da die assimilierten Migranten auszuschließen, nur weil sie von außerhalb Europas kommen, ist einfach ein unglaublicher Irrsinn.

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