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Der Schönheit eine Gasse

Deutsche Städte haben weitaus größere Probleme als Glasfassaden. Über die Perspektivlosigkeit moderner Stadtplanung und die Notwendigkeit eines konservativen Gegenentwurfs.

Gastbeitrag

Politische Architektur

Ein beliebter Slogan der politischen Rechten mutet defätistisch an: „Konservative verlieren immer.“ Nun unterliegt dieser Slogan, wie jeder andere auch, einer Vereinfachung. Gemeint sind hier nicht Konservative im metapolitischen, revolutionären Sinne, sondern sogenannte Liberalkonservative. Diese Unterscheidung hat viele Trennlinien, sei es in der Tagespolitik, der Wortwahl oder der intellektuellen Grundlage – die ja beim Liberalkonservatismus recht dünn ist. Doch eine Trennlinie erhebt sich über diese anderen. Es ist eine charakterliche. Dem liberalkonservativen Charakter fehlt es nämlich an einer entscheidenden Fähigkeit, die für die in diesem erstgenannten Slogan vertretene Auffassung verantwortlich ist. Ihm fehlt das Gespür für das Politische. Er ist unfähig, das Politische außerhalb der offiziellen Politik zu verorten.

Diese Unfähigkeit, die vielleicht der eigentliche Unterschied zwischen liberalen und wirklichen Konservativen ist, plagt die Linke nicht. Im Gegenteil, es ist geradezu eine linke Paradedisziplin, das Politische im Unpolitischen zu finden. Und weil sie das so gekonnt machen, sind sie in der Lage die, Liberalkonservativen jedes Mal wie am Nasenring durch die Menagerie zu ziehen. Die Linke nutzt kulturelle, gesellschaftliche – vorpolitische – Felder, um ihre Ansichten bereits vor der eigentlichen Politik so zu verankern, dass die gängige Reaktion der Liberalkonservativen im Sand verläuft. Ein solches Manöver konnte man letztes Jahr in einem Bereich erleben, den der Liberalkonservative wieder reflexhaft als unpolitisch eingeordnet hätte: Architektur.

Das linke Architekturmagazin Arch+ veröffentliche damals im Mai nämlich eine Ausgabe unter dem Titel „Rechte Räume“. Darin urteilen die Autoren, allen voran der Architekturhistoriker Stephan Trüby, dass es in Europa eine Vielzahl von Bauten und Plätzen gäbe, die in jüngerer Zeit entstanden sind und rechtes bis rechtsradikales Gedankengut vermitteln. Die Reaktion der Liberalkonservativen kam prompt und wie zu erwarten war, mit der reflexhaften Abwehr der reinen Idee, Architektur könne politische Meinungen transportieren. Und die Antwort von Arch+ kam prompt in Form erprobter Muster: Kolonialismus als Finanzgrundlage für das Berliner Schloss, dessen Rekonstruktion in Kürze
abgeschlossen werden soll. Geschichtsrevisionismus am Trierer Haus, ja in der ganzen Dresdner Innenstadt. Angeblich rechtsradikale Hintermänner bei der Rekonstruktion des Römerviertels in Frankfurt. Und das i-Tüpfelchen: Ein vermeintlich antisemitisches Zitat am Walther-Benjamin-Platz in Berlin mit seinen traditionell anmutenden Leibniz-Kolonnaden.

Der Liberalkonservative knickt beim Anblick solcher Vorgeschichten ein. Was soll er denn sonst machen? Dass diese Anschuldigungen der Geschichtsvergessenheit nur vorgeschoben sind, kommt ihm dabei gar nicht in den Sinn. Stephan Trüby weiß es aber: „Architektur ist immer politisch.“ Und unter dem Deckmantel der Moral und geschichtlichen Verantwortlichkeit läuft er Sturm gegen eine angebliche rechtsradikale Architekturpolitik, die er in Rekonstruktionen und Neubauten gleichermaßen sieht. Dass es dabei um viel mehr geht, scheint bei seinem Interview in der Zeit vom 2. Juni 2019 durch. Dort sagt er:

Ich halte den Begriff Identität für insgesamt recht problematisch. Da teile ich die Auffassung des französischen Sinologen François Jullien, der sagt: Es gibt keine kulturelle Identität, es gibt nur kulturelle Ressourcen.

Trüby und Konsorten ist die Urheberschaft von Rekonstruktionsprojekten wohl eher nebensächlich. Es geht ihnen um den Kampf gegen eine jüngste Tendenz der Architektur zur Rekonstruktion. Stattdessen stehen sie für eine Architektur, die bewusst identitätslos ist. Eine Architektur ohne Kultur. Eine Architektur ohne Heimat.

Der liberale Stil

Das ist die eigentliche politische Dimension der Architektur. Die ideologische Patenschaft, die die Stilelemente der jeweiligen Architektur bestimmt. Diese Verbindung verstehen viele noch beim Nationalsozialismus. Dass dessen Gebäude aussahen, wie sie aussahen, lag – wie fast jeder weiß – an der Ideologie des NS. Monumentale Bauwerke, die das Individuum schrumpfen ließen und den Führer ins Zentrum stellten. Ohne zu wissen, wer es baute, assoziiert man mit den Reichsparteitagsgelände automatisch das Wort „total“. Doch beim Liberalismus verkennen die meisten diesen Zusammenhang. Vielleicht weil der Liberalismus ja aufgrund seines strikten Individualismus eine Architektur gar nicht vorgibt, wie das bei Hitler und Stalin der Fall war. Doch der Schein trügt. Denn der Liberalismus braucht seine Architektur gar nicht staatlich zu verordnen. Sie verordnet sich Kraft des ideologischen Zwangs seiner Grundwerte automatisch.

Das Doppelgebot der Freiheit und Gleichheit, auf der der Liberalismus beruht, lässt sich vereinfacht als ein Ruf zur Emanzipation bezeichnen. Emanzipation aus den alten Verflechtungen des Individuums, hin zur totalen Selbstbestimmung. Dieser Ungeist der Emanzipation ist es auch, der die Architektur seit dem Beginn des liberalen Siegeszuges seit dem Zweiten Weltkrieg bestimmt. Emanzipation der Architektur von den alten, strengen Regeln der Form, der Harmonie und der Ordnung. Nun geht das bei der Architektur natürlich nur so weit. Ein Haus ohne Dach und Wände ist kein Haus. Auch wenn es vielleicht einige radikale Postmoderne gibt, die dieser Ansicht widersprechen würden. Doch zumindest rein funktional sind diese Elemente von Nöten, weshalb sich die Emanzipation vor allem auf Struktur und Fassade bezieht. Die Emanzipation von Struktur und Fassade kann nun auf zwei Arten durchgeführt werden, die beide in der gegenwärtigen Architektur vorhanden sind: Verleugnung und Verachtung.

Als Verleugnung bezeichne ich hier die seit 1945 dominante Tendenz in der Architektur, traditionelle Elemente so weit wie möglich nicht zu verwenden. Prägend für diesen Stil sind neben dem Bauhaus der Vorkriegszeit vor allem der internationale Stil. Allein am Namen erkennt man die ideologische Seite dieses Stils. Es sind die allseits bekannten und von Konservativen verhassten Quader aus Stahl und Glas. Sie sind höchst funktionalistisch, jedes Ornamentes beraubt. Sie sind heimatlose Gebäude, bewusst nicht den regionalen Traditionen verbunden. Ein Haus nach internationalem Stil kann wirklich überall stehen. Es ist bezeichnend, dass gerade die UNO ihr Hauptquartier in so einem Gebäude hat. Es ist die totale Entwurzlung in Bauform. Und so entwurzelt sie durch ihre bloße Anwesenheit die Menschen um sich herum. Architektur prägt unsere Lebensumwelt. Und wenn er in einer Umwelt lebt, in der die Gebäude keinerlei Bezug zu Geschichte, Heimat und Ort haben, wird der Mensch identitäts- und orientierungslos.

Die Verachtung andererseits geht noch einen Schritt weiter. Sie vermeidet traditionelle Elemente nicht; sie nimmt sie auf und verdreht sie bewusst. Die postmoderne Architektur, wie man sie zum Beispiel am Hotel Zaandam in Amsterdam sehen kann, ist hier der Vorreiter. Falsch platzierte Türen und Fenster, verdrehte Wand- und Dachelemente, Dächer mitten im Haus und eine ungewöhnliche Farbgebung sind Mittel, um die regionalen Traditionen des Hausbaus lächerlich zu machen. Es ist um einiges böswilliger als der verleugnende Modernismus, aber sie sind beide gleich problematisch. Das ist die Auswahl, die der moderne Mensch heute in der Architektur hat. Ein Haus ohne Fassade oder ein Haus, dessen Fassade ein Manifest gegen die Geschichte ist. Doch natürlich ist diese Auswahl nicht für alle die gleiche.

Es ist der zweite Aspekt, den man beim Liberalismus nie vergessen darf: Der Kapitalismus. Welcher Stil für ein Gebäude gewählt wird, hängt letzten Endes vor allem vom Geld ab. Und so teilt sich die moderne Architektur in zwei große Gruppen ein. Die kapitalen Repräsentativbauten sind groß, gewaltig und vor allem im zunehmenden Maße kompliziert. Es reicht den Reichen und Mächtigen nicht mehr, einen monumentalen Funktionsquader wie das IHZ in Berlin hinzustellen. Geschwungene, verwinkelte, zugespitzte Glasgiganten müssen her. Sie vermitteln schon von weitem, dass der Erbauer Geld zur statischen Ausreizung zur Verfügung hat, und dominieren das Stadtbild. Daneben gibt es für das einfache Volk nur noch Funktionsbauten. Ein Quader, wahlweise aus verputztem oder vergipstem Beton. Ob Eigenheim, Platte oder Modulare Unterkunft. Es gibt sich nicht viel. In verschiedenen Größenordnungen reihen sich diese Formelhäuser nebeneinander an der Strecke zum eingeschossigen Supermarkt aus Wellblech mit verglaster Front.

Hinter und vor der Fassade

Architektur und Politik sind unmittelbar miteinander verknüpft. Und eine Ideologie wie der Liberalismus, der entfremdet und entwurzelt, kann nur entfremdende, entwurzelte Architektur erzeugen. Dabei gab es doch so viele Beispiele, die gerade Leute wie Herr Trübny von Arch+ angegriffen haben. Immer mehr historische Bauten werden rekonstruiert. Doch es ist keine Alternative. Rekonstruktionen sind ein Armutszeugnis konservativer Architektur. Es ist ein nostalgischer Rückgriff auf das Vergangene, das nicht wiederherstellbar ist. Rekonstruktionen sind in den meisten Fällen verkitschte, charakterlose Bauten. Sie existieren fast ausschließlich aufgrund ihres hohen Wiedererkennungswertes – als Hintergrundkulissen für Touristen und die lokale Boheme. Es klingt wie aus einer linken Rezension gelesen, wenn man feststellt, dass das Römerviertel steril und das Berliner Schloss Disneyland-artig ist. Doch stimmt es etwa nicht? Rekonstruktion ist keine adäquate Antwort auf irgendein Stilproblem.

Doch es gibt eine zweite Art der konservativen Architektur. Trübnys Antipode vom Walther Benjamin Platz, Hans Kollhoff ist einer ihrer Vorreiter. Seine Leibniz-Kolonnaden sind keine Rekonstruktion, sie kopieren auch kein bestehendes Gebäude. Doch sie sind formal, geordnet, verwurzelt in klassischen Traditionen. Sie greifen das Alte auf, ohne zu kopieren. Sie sind Teil einer wachsenden konservativen Opposition in der Architektur, die sich Stilen wie dem Postmodernen Klassizismus oder der Neuen Tradition verschreiben. Büros und Vertreter gibt es davon mittlerweile zur Genüge. Es ist ein zaghaftes, von den Linken belagertes Erwachen einer neuen konservativen Architektur. Bewusst traditionell, bewusst heimatverbunden. Sie zu fördern ist imperativ. Aber unsere Aufgabe geht über die ästhetische Ausrichtung der konservativen Architektur hinaus. Vielen von uns wird dafür sowieso die fachliche Kenntnis fehlen. Nein, wir müssen die ästhetische Frage an sich überwinden. Es reicht nicht, nur an den liberalen Fassaden zu meißeln.

Denn das größte Problem liberaler Städte liegt nicht in der Architektur, sondern der Stadtplanung. Hans Kollhoff widmet einen ganzen Artikel im Tagesspiegel1 dem Versagen der Stadtverwaltung in der Gestaltung Berlins. Seine Thesen werden hier größtenteils rezipiert. Die Verwaltung Berlins ist weder Willens noch in der Lage, Städte zu ordnen. Seit der Karl-Marx-Allee, so Kollhoff, hat es in Berlin keine wirkliche Raumgestaltung mehr gegeben. Das liegt einerseits am ideologischen Gebot gegen eine solche Raumordnung – ebenfalls ein Produkt der Emanzipation – andererseits aber vor allem an der pluralistischen und demokratischen Entscheidungsfindung. Sie bevorzugt Stückwerk und benachteiligt Grundsatzentscheidungen. Das Resultat ist, dass es selbst in einer Stadt wie Berlin, deren Senat für Stadtentwicklung und Wohnen 43 Referate besitzt, keinen Plan zur Stadtentwicklung gibt. Das, was Herr Kollhoff für Berlin beschreibt, gilt so in vielen deutschen Städten. Die Planlosigkeit der Stadtverwaltungen sorgt für eine sozial und ökologisch sehr bedenkliche Gemengelage. Und das ironischerweise ausgerechnet in Gebieten, die vor allem Rot-Grün regiert werden.

Die liberale Stadt

Soziales und Ökologisches sind auch die zwei primären Kategorien, unter denen man das Versagen dieser Planlosigkeit analysieren kann. Als dritte kommt aus konservativer Sicht noch die Identitätspolitik dazu. Aus sozialer Sicht ist zuallererst einmal die enorme Kluft zwischen dem Stadtzentrum und den Randgebieten, der Peripherie zu nennen. Das Zentrum wird bezüglich aller Baumaßnahmen bevorzugt. Hier findet der Großteil der bereits genannten Rekonstruktionen statt. Hier werden Kulturstätten und Parkanlagen gebaut und erhalten. Mit dem Aufkommen des New Urbanism werden Innenstädte auch zunehmend fußgänger- und fahrradfreundlich. Blockrandbebauung und kleine Plätze mit viel Grün ermöglichen auch trotz der Beliebigkeit und stilistischen Fragwürdigkeit der Bauten ein – rein materialistisch gesehen – relativ gutes Stadtleben. Für die, die es sich leisten können. Mieten in diesen Gegenden sind notorisch hoch. Wer hier verkehrt, ist Besserverdiener oder Student in einer nahegelegenen Unterkunft. Hier trifft sich das Bobo-Milieu von Friedrichshain bis Prenzlauer Berg. Eine Insel der liberalen Elite im Kern der meisten deutschen Städte.

Die Peripherie kann von solchen Umständen nur träumen. Sie leben in ihren charakterlosen Funktionsbauten nach Flüchtlingsunterkunftsplan am Rand der Stadt. Diese reihen sich Seit an Seit entlang eines Straßennetzes, das Fußgängerzonen, Fahrradwege und Straßenbahnen missen lässt. Dazwischen immer wieder Inseln aus Supermärkten und Einkaufszentren mit quadratkilometerweise Parkplätzen für all die Autos, auf die der Otto-Normalverbraucher für den Weg zur Arbeit und zurück angewiesen ist. Und selbst für diese beschämenden Unterkünfte sind die Mieten so hoch, dass der Traum vom Eigenheim höchstens am äußersten Rand der Stadt möglich ist. In geklonten Einfamilienhäusern, die eher im Land stehen, als in der Stadt. Und das nicht nur in Berlin, sondern in fast allen Städten, groß und klein.

Die ökologische Komponente klang eben schon an. Während Fahrradfahren und einfaches Laufen in der Stadtmitte vielleicht eine Option ist und es öffentliche Verkehrsmittel zur genüge gibt, ist ein Auto am Stadtrand fast unabdingbar. Natürlich gibt es auch hier Zweige des ÖPNV, aber was nützt denn eine Haltestelle pro Viertel, wenn man dann von der wieder eine Stunde nach Hause laufen muss. Und so generiert die liberale Stadtplanung gerade die Art von Autosmog, die sie mit Fahrverboten einzudämmen versucht. Doch das ist noch das kleinste Problem. Eine fast überall anzutreffende Taktik liberaler Stadtverwaltungen im Kampf gegen Wohnungsnot und hohe Mieten ist es nämlich, Grünflächen im großen Stil zum Bau freizugeben. Und so verliert der Stadtrand, wo man ja rein logisch betrachtet noch die meiste Natur vermuten würde, Stück für Stück sein Grün, um dem kapitalistischen Wildbau einförmiger Funktionsquader Platz zu schaffen. Darüber kann deren grünes Gütesiegel ob der exzellenten Wärmedämmung dann auch nicht hinwegtäuschen. Zumal die ungedämmten, verwinkelten Glasbauten der Innenstadt diese Obsession mit der Energiebilanz sowieso zur Farce werden lassen.

All diese Umstände haben auch eine identitäre Krise zur Folge. Die mangelnde Raumordnung deutscher Städte ist bestimmt nicht die einzige Ursache für die Entwurzelung der Bevölkerung, ihre schrittweisen Atomisierung. Da hat der Liberalismus viele Wege. Doch sie trägt unbestreitbar dazu bei. Es ist schon sehr makaber, wenn moderne Stadtplaner über die entfremdende Wirkung der DDR-Platte in Zeilenbau resümieren, dann aber MuF-Beton in Zeilenbau für eine adäquate Bauform halten. Nur wer Raum gestaltet, kann eine lebenswerte Umwelt schaffen. Stückwerk und Wildbau berauben uns der Möglichkeit, Lebenswelten zu schaffen, in denen sich das Individuum als Teil einer Gemeinschaft versteht. Man mag dem Sozialismus und der DDR einiges ankreiden. Doch ihre stalinistischen Planviertel und -städte sind nicht nur stilistisch zu bewundern, sondern vor allem in ihrer Ambition, Raum zu gestalten, um Gemeinschaft zu erzeugen.

Der „Plan“ in der Stadtplanung

Es braucht eine konservative Antwort auf diese Umstände. Es reicht nicht, sich in Stildebatten zu versteigen. Und eine umfassende konservative Antwort muss planerisch und raumgestalterisch denken. Es gilt, den Plan in der Stadtplanung wieder hervorzuheben. Nur so können neben der Identitätskrise auch die sozialen und ökologischen Probleme der Stadt gelöst werden. Es ist dies keine Minimallösung, bei der man sich nur auf die materialistische Befriedigung der Massen beschränkt. Genau das ist nämlich der Gedanke hinter Wildbau und MuF, den es zu vermeiden gilt. Eine konservative Stadtplanung muss den Anspruch haben, mehr als nur Wohnungsbau zu sein. Sie muss gestalten wollen.

Wir können, wenn wir es nur wollen, eine wahre Alternative anbieten. Eine Architektur, die erhöht, anstatt zu entwurzeln. Stadtviertel und Nachbarschaften, die ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen, mit Wohnungen, die man nicht nur aufgrund der Quadratmeterzahl und der Nähe zum Kiosk auswählt, sondern weil sie unverbraucht und heimisch sind. Gemischte Zonen, in denen Alltagsleben zwischen Arbeit, Wohnung, Kulturstätte, Grünfläche und Geschäften organisch abläuft. Wo man gerne Zeit verbringt, auch wenn es nicht die Stadtmitte ist. Dieser Stadtmitte gilt es im gleichen Atemzug ihre repräsentative Bedeutung wieder zurückzugeben. Da reicht kein einzelnes Bauprojekt. Wir sollten ganze Städte neu überarbeiten, von den Verkehrsachsen bis zur Seitenstraße. Es ist Zeit für eine Generalsanierung.

Wir Konservativen müssen dafür die Grundlage schaffen. Bis dato gibt es in der AfD kein einheitliches Programm für den Städtebau. Es ist ein fataler Fehler, dieses Thema zwischen Flüchtlingsstrom und Coronakrise untergehen zu lassen. Denn es berührt die unmittelbare Umwelt der Deutschen wie kein anderes. Der konservative Städtebau ist die Verbindung von sozialer und ökologischer Frage mit dem Gestaltungsanspruch des Staates als Vertretung des Volkes. Solidarischer Patriotismus in Reinform. Er braucht eine Plattform in der AfD, sowie ein fachlich und ideologisch fundiertes Konzept, das Einzug in das Parteiprogramm finden kann. Dieser unser Bruch mit Stückwerk, Wildbau und Planlosigkeit, ist eine Grundsteinlegung für die Stadt der Zukunft.

Quellen

1 – https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungsbau-in-berlin-wir-brauchen-eine-neue-karl-marxallee/13372808.html

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