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Die Coronakrise – Siegeszug des Globalismus

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Die Krisen häufen sich: Finanzkrise, ökologische Krise, nun die medizinische Krise. Und immer lautet das Narrativ gleich: Demokratische Nationalstaaten können dagegen nichts ausrichten, sondern die Lösung muss autoritär auf supranationaler Ebene beschlossen werden. Kritiker an dieser angeblichen “Alternativlosigkeit” werden zumeist einfach als “Leugner” diffamiert. Dabei sind konkrete politische Alternativen möglich – Wenn Konservative die Deglobalisierung für sich entdecken.

Benedikt

Krisenjahr

Rekapitulation nach einem Jahr Coronakrise: Die überhastete Maßnahmenpolitik der westlichen Nationen versprach, auf Kosten der Wirtschaft leben zu retten, vermochte jedoch nichts dergleichen zu erreichen. Risikogruppenschutz wurde katastrophal umgesetzt, Alten- und Pflegeheime waren regelmäßig Epizentren der Ansteckung mit COVID-19. Gleichzeitig wurde die Wirtschaft heruntergefahren, Notbetrieb wurde die neue Norm. So kann man ohne Probleme behaupten, dass die Prämisse Leben vor Wirtschaft nicht eingehalten wurde, der Arbeitsmarkt und die Unternehmen nahmen massiven Schaden während alte Menschen trotzdem dem Virus erlagen. Die Ausreden hierfür waren vieles, nur nicht ehrlich: Statt einem Eingeständnis des Versagens von Regierungsseite waren auf einmal die sogenannten Corona-Skeptiker, Querdenker und sogar die AfD schuld – ein armseliges Narrativ, dass genauerer Überprüfung nicht standhält, schon allein deshalb, weil Brandherde der Virusinfektion zur Genüge in Bundesländern lagen, in denen die AfD keine wesentliche Stärke hat

Dass die Querdenker durchgehend in den Medien diffamiert und mit Neo-Nazis und anderen gesellschaftlichen Randphänomenen verglichen werden, hat System: Hier zeigt sich mal wieder sehr entlarvend, auf welcher Seite die Mainstream-Medien stehen. Wie reagieren auf Wut, Hoffnungslosigkeit und Ratlosigkeit vonseiten frustrierter Bürger, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, sozial isoliert sind und ohne ausreichende finanzielle Mittel dastehen? Statt den Bürgern aufrecht entgegenzutreten, ihre Sorgen ernst zu nehmen und neue Konzepte anzubieten, greift man einfach zum Telefon und spricht mit dem Chefredakteur, mit dem man jeden zweiten Sonntag golfen ist  – und in Windeseile handelt es sich bei den Menschen, die ihren berechtigten Protest auf die Straße tragen, um geächtete Außenseiter, mit denen man als Mensch, der in der Mitte der Gesellschaft steht, nichts zu tun haben will.

Sieg der Anywheres

Nun befinden wir uns an dem Punkt, an dem die Mittelschicht rapide schrumpft, Jobverluste an der Tagesordnung stehen und die Aussichten auf Besserung nicht gegeben sind. Neuesten Umfragen zufolge hat jede zweite (!) Familie Geldsorgen. Ein Beispiel: Hatte in einer Durchschnitts-Familie der Vater ein kleines Unternehmen und die Mutter ging halbtags arbeiten, ließ es sich zumeist sorgenfrei leben, Einkünfte reichten für Wohnung oder Haus, ein Auto und ein bis zwei Urlaube pro Jahr. Hat man nun das Pech, das die Aufträge ausbleiben und die Frau auf Kurzarbeit umgestellt wird, kann das eine Einkommenseinbuße von 50 – 70% bedeuten. Läuft nebenher noch der Kredit für das Haus, der Lease für das Familienauto oder stehen sonstige größere Fixkosten an, ist das Abrutschen in die Armut quasi vorprogrammiert.

Besonders perfide: Große Unternehmen und Kapitaleigner nutzten die Krise schon seit Beginn als oberflächliche Entschuldigung für Personalkürzungen, Prozessrationalisierungen wie weiteres Outsourcing, und leiteten das zuvor an der Börse investierte Kapital in die dementsprechend gewinnbringenden Branchen um: Pharma, Onlinehandel, Digitale Infrastruktur. Treffend also, dass eben jene Gewinnerbranchen zumeist nicht die großen Arbeitgeber für Somewheres sind, eben jene, die am meisten Leiden. Der Siegeszug der Anywheres kann gar nicht genug hervorgehoben werden: Die Krise, die durch globale Vernetzung von der mobilen Klasse geschaffen wurde, kommt nun denselben Akteuren zugute. So bekommt man den Eindruck es handele sich hierbei um den Glaser, der nachts heimlich Scheiben einschlägt, um tagsüber zur Reparatur auszurücken.

Deglobalize

Im Zuge der ersten Lockdown-Maßnahmen erkannte man eklatante Mängel in der europäischen Autarkie: Durch massive Auslagerung von Produktionsstätten nach Asien kam es zu diversen Mängeln – neben Rohstoffen auch zu Medikamentenknappheiten, eine. der gravierendsten Defizite während einer Pandemie. Die Optionen, die auf dem Tisch liegen, sind alles andere als optimal: Einerseits ein Status quo, in dem kurzfristiges Denken, auch Quartalsdenken genannt, weiter die Reste der Autarkie aushöhlt, um Gewinne für Aktieninhaber zu erwirtschaften; andererseits ein Rundumschlag der globalistischen Kaste mit dem Great Reset. Wir als Konservative wissen, dass die richtige Antwort auf diese Krise nicht der Globalismus, sondern der Partikularismus ist: Es benötigt eine Rückbesinnung auf engmaschig geknüpfte Wirtschaftsräume, die auf regionaler Ebene handeln, statt kleinste Bauteile zweimal den Globus überqueren zu lassen, nur weil die Löhne in Bangladesh makaber niedrig sind.

Hierbei profitieren sowohl Erzeuger als auch Konsument, der Umsatz bleibt im Land, und die Anteilinhaber, CEOs und Kapitaleigentümer, die die globalen Warenströme aufrecht erhalten, bleiben außen vor. Der durschnittliche Tischler kann wieder ein hochqualitatives Möbelstück erzeugen, statt an einem schon zu 90% in Indien fertiggestellten Möbel die letzten 4 Schrauben zu befestigen, die wegen des Transports weggelassen werden mussten. Die Entfremdung der Arbeitsrationalisierung wird umgekehrt, und dafür erhält der Konsument – wenn auch zu einem etwas höheren Preis – ein Möbelstück, dass noch Generationen lang weitergegeben werden kann. Weiters kommt dies auch der Umwelt zugute, da sich weniger Containerschiffe auf den sieben Weltmeeren tummeln. Freilich wird man Ressourcen und einzelne Güter nach wie vor importieren müssen, wenn diese nicht vor Ort vorhanden sind – es wächst nun mal kein Kaffee in Europa – aber selbst hier könnten individuell geknüpfte Handelsbeziehungen zwischen Verarbeitern und Bauern zu einer Normalisierung des Preisniveaus beitragen.

Aktion

Nun liegt es an den patriotischen Akteuren, nicht nur Protestpotenzial aufzufangen oder zu erzeugen, sondern diesem auch eine konkrete Vision aufzuzeigen. Konzepte gegen den sozialen Abstieg und für ein wirtschaftliches Umdenken müssen her; denn Kritik an den herrschenden Paradigmen zu üben ist wichtige, jedoch gestaltet man so allein keine Zukunft. Wir können es uns nicht erlauben, kritisierend am Rande des Geschehens zu stehen, während Globalisten alles natürlich Gewachsene einstampfen, um ein kränkelndes System noch omnipotenter zu gestalten. 

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Veröffentlicht in Politik

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