Linke Denker – Louis Althusser und die Ideologischen Staatsapparate

Bildquelle Original: Arturo Espinosa (CC BY 2.0), modifiziert von konflikt

Als Konservative müssen wir uns bei Linken bedienen und ihnen ihre Denker wegnehmen. Das gilt insbesondere für solche Linken aus früheren Zeiten und anderen Weltteilen – also Linke, die tatsächlich noch etwas Revolutionäres zu sagen haben und nicht längst tragende Säulen des herrschenden Systems geworden sind. Aus diesem Grund werden wir in der Reihe Linke Denker die wichtigsten Protagonisten linker Theorie und ihre Bedeutung für uns als Konservative vorstellen, indem wir ihre politischen und sozialen Modelle auf aktuelle Probleme beziehen. Euch erwartet also keine bloße Wiedergabe der Theorie wie an der Uni, sondern die konkrete Anwendung auf diverse politische Diskursfelder.

Konflikt

Louis Althusser war ein franzöischer Marxist und einflussreicher Vordenker des Strukturalismus und Poststrukturalismus. Mit Ideologie und Ideologische Staatsapparate legte er 1970 ein Werk vor, das insbesondere die Bedeutung des Kultur- und Medienbereiches für die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Herrschaftsstrukturen in das klassische marxistische Modell von wirtschaftlicher Basis und ideologischem Überbau integrieren sollte. In einem gewissen Sinne – und so schreibt Althusser selbst in einer Fußnote – handelte es sich hierbei um den ersten Versuch einer Systematisierung der Entdeckung des italienischen Parteikommunisten Antonio Gramsci, dass kulturelle Hegemonie im Klassenkampf wichtiger sei als die bloße Kampfkraft einer autoritär geführten Kaderpartei. Wenn im Folgenden von Ideologie die Sprache ist, sollte in unseren Ohren also auch immer Metapolitik anklingen – auch wenn Althusser diesen Begriff nicht selbst verwendet, geht sein Ideologiebegriff letztlich so weit, dass er stets auch metapolitisches Handeln umfasst.

Basis und Überbau

Die Grundlage für das Verständnis der Althusserschen Theorie bildet das klassische marxistische Modell von Basis und Überbau.

Die Basis beschreibt hierbei die „Einheit der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse“. Die Produktivkräfte beschreiben die Gesamtheit aller wirtschaftlich aktiven Fabriken, Maschinen, Infrastrukturen, Gebäude, Arbeiter, Angestellten und deren Wissen, kurz: alles was aktiv in der Produktion von Waren und Dienstleistungen auf industriellem Maßstab angewandt wird. Die Produktionsverhältnisse wiederum bezeichnen das, was die kapitalistische Wirtschaftsweise laut Marx von allen Vorhergegangenen an erster Stelle unterscheidet, nämlich dass die große Masse der Arbeiter und Angestellten ihre Arbeitskraft gegen Geld verkauft und zugleich keinen nennenswerten Anteil an den Produktionsmitteln (Maschinen, Werkzeuge, Fuhrparks, Büroräume, Server, etc.) besitzt.

Dieses Verhältnis halten die Marxisten, die die Nation nicht als sinnstiftende ethnokulturelle Einheit sondern als Arena für Klassenkämpfe betrachten wollen, für per se ausbeuterisch und falsch; es soll sich lediglich um ein Übergangsstadium halten, das die Entwicklung der Produktivkräfte so weit vorantreibt und zugleich notwendigerweise das Herz der Produktion, die Arbeiter, so stark organisiert, bis Letztere sich zur kämpferischen Klasse formieren und die kapitalistische Gesellschaft revolutionär in die kommunistische überführen können. Wie integriert der klassische Marxismus jedoch die Existenz von Kultur, Religion, Philosophie, politischen Weltanschauungen – kurz: über die bloße materielle Wirtschaft hinausgehenden Ausdrücken menschlichen Lebens – in dieses materialistische (wir müssten eher sagen: ökonomisch-deterministische) Weltbild?

Die Antwort: Er erklärer alle diese nicht-wirtschaftlichen Aspekte zu Teilen des Überbaus, manchmal auch ideologischer Überbau genannt. Dieser Überbau sitzt gewissermaßen auf der ökonomischen Basis der Gesellschaft auf und hat nach klassischer marxistischer Lesart zwei Grundfunktionen: Erstens ist er an die Basis rückgekoppelt; Veränderungen im Überbau bewirken also auch immer Veränderungen der Basis. Dies kann man leicht versinnbildlichen: Als etwa die protestantische Reformation die Kirche (Teil des feudalen Überbaus) in Europa spaltete, veränderte sich in der Folge auch die politische Landkarte Europas und veränderten sich somit selbstverständlich auch die Handelsbeziehungen und Produktionsverhältnisse; langfristig setzte sich in reformierten Gegenden sogar eine gänzlich andere Form des Wirtschaftens durch. Eine Revolution im kulturellen Überbau hat somit die wirtschaftliche Basis modifiziert.

Die zweite Grundfunktion des Basis-Überbau-Modells ist jedoch noch entscheidender: In letzter Instanz bestimmt die Basis den Überbau. Das bedeutet, dass die Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse auf der höchsten Abstraktionsstufe (“Wenn man ganz weit rauszoomt”) mehr Einfluss auf die Entwicklung von Religion, Philosophie, Politik etc. nimmt als umgekehrt. Schauen wir uns etwa die Geschichte der Aufklärung und des Liberalismus an, so sehen wir unschwer, dass diese Ideen überall dort entstanden, wo städtische Händler und Handwerker eine neue bürgerliche Existenzweise herausbildeten. Während der bäuerlich-feudale Produktionskreislauf aus Aussaat, Ernte und Frondienst ein religiöses Weltbild konservierte, brachten städtische Warenproduktion und Handel eine zunehmend individualistische, rationalistische und technisch-fortschrittliche Denkweise hervor. Mittelalterliche Bauern könnten ein modernes bürgerliches Weltbild ebenso wenig verstehen wie ein Amsterdamer Kontorbesitzer um 1800 an das Gottesgnadentum der Könige oder die Autorität des katholischen Papstes glauben konnte. Die konkreten, täglichen Arbeits- und Lebensumstände der Menschen bestimmen ihr Denken – “Sein schafft Bewusstsein”. Abstrakt auf die Gesellschaft angewandt heißt dies Die Basis determiniert den Überbau.

Nun ist ein solches Basis-Überbau-Modell sicherlich nicht komplett falsch, insofern wir es auch auf nicht-ökonomische Dimensionen erweitern können. Ziehen wir zur Wirtschaft etwa noch humangeographische, evolutionspsychologische und andere Aspekte hinzu, erhalten wir eine materialistische Linse, durch die wir eine Gesellschaft auch „von rechts“ gut verstehen können – solange wir sie als Linse, also als materialistisches Werkzeug im Dienste unseres konservativen Weltbildes betrachten. Den Marxisten hingegen liegt ein solches instrumentelles Verhältnis zu ihrer Methode fern; Marxismus ist für sie mit Materialismus synonym, und die überwiegende Mehrheit unter ihnen betrachtet die Welt fast ausschließlich als Ausbeutungsverhältnis von (kapitalistischen) Unterdrückern und (proletarischen) Unterdrückten. Für sie ist das Modell Basis/Überbau also weniger ein Werkzeug, um zu erklären, wie der ideelle und kulturelle Bereich und die materielle Basis interagieren, sondern eine Waffe, um den ideellen und kulturellen Bereich zu zerschlagen (zu „dekonstruieren“) – schließlich sehen sie in diesem nichts als die Rechtfertigung und Verschleierung eines zugrundeliegenden Ausbeutungsverhältnisses.

Exkurs: Konservativer Paradigmenwechsel

Nun können wir als Konservative frohen Mutes das machen, was den meisten Linken aufgrund ihres Weltbildes unmöglich ist: Wir können die Umwälzungen 1968ff. als Revolution des kulturellen Überbaus (“Kulturrevolution”) begreifen, die ihrerseits Rückkopplungen auf die Basis hatte, jedoch letztlich von der Basis determiniert war. Es ist ziemlich leicht, nachzuvollziehen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die westlichen kapitalistischen Nationalstaaten etwa zwei Jahrzehnte lang eine durch Wiederaufbau und Systemkonkurrenz befeuerte Blütezeit erlebten. Diese Phase gesunden Wachstums endete, wie jeder kapitalistische Aufschwung, mit einer drohenden Absatzkrise: Wenn alle Bedürfnisse gedeckt sind, können Waren nicht mehr verkauft und Kapital nicht mehr gewinnbringend angelegt werden. Es brauchte also der Erschließung neuer, potentiell unbegrenzter Märkte und zugleich einer radikalen Senkung der Produktionskosten. Die Lösung: Die satten westeuropäischen Nationalstaaten mussten sich in riesige Konsumentenmassen mit stets neuen Bedürfnissen verwandeln – Feminismus, sexuelle Befreiung und Kulturrevolution zersetzten die organisch gewachsenen Nationen in Ansammlungen postidentitärer Konsum- und Konkurrenz-Individuen. Zugleich wanderte die Produktion nach Asien ab, und aus den vormaligen europäischen Industriearbeiterschaften wurde ein flexibles, zunehmend heterogenes Dienstleistungsprekariat. Wir sehen also, wie eine materielle Basisbedingung (drohende Absatzkrise) eine Revolution des kulturellen Überbaus (’68 und antiautoritärer Marsch durch die Institutionen) verursachte, die ihrerseits die materielle Basis reformierte.

Kommen wir von der materialistischen Betrachtungsweise zurück auf die ideengeschichtliche: Von der historischen europäischen Industriearbeiterschaft losgelöst und konsequent zu Ende gedacht, entwickelte sich der Marxismus zu einem zersetzenden, kulturfeindlichen Dekonstruktions-Gedanken. Generationen westlicher Marxisten nach 1945 (und zu einem Teil auch schon davor) haben sich vom europäischen Proletariat losgelöst und dieses gegen allerhand Minoritäten und Drittweltbewohner ausgetauscht, bis es schließlich im aktuellen linksradikalen Diskurs ganz üblich geworden ist, die verbleibenden europäischen Proletarier zu hassen und sie als Rassisten, Sexisten, Homophobe etc. zu bezeichnen.

Aber da ist noch etwas anderes. Wenn wir dahin zurückgehen, wo der Frontalangriff auf die europäischen Nationen seinen Angriff nahm, sehen wir, dass die ursprüngliche Subversion von dem Interesse angeleitet war, den ideologischen Überbau von innen heraus zu dekonstruieren, weil dieser angeblich ausschließlich die Funktion habe, ein unterdrückerisches Wirtschaftssystem zu verschleiern. Der kulturelle und der ideelle Bereich wurden gewissermaßen als Vorposten der nationalen Bourgeoisie gesehen, die man diesen abringen musste, um ihre Kontrolle über das Proletariat zu brechen.

Dies ist der Ort, an dem wir uns als Konservative auf einen Paradigmenwechsel einlassen müssen. Würden wir in einem gesunden, seine ethnokulturelle Identität bewahrenden Nationalstaat leben, müssten wir alle subversiven Angriffe auf den kulturellen Raum selbstverständlich durchschauen und abwehren – dies wäre Aufgabe der Konservativen in Westeuropa und insbesondere den USA in den 1950er- und 1960er-Jahren gewesen; doch stattdessen haben sie sich neurotisch auf den klassischen Parteikommunismus und dessen Antikapitalismus fixiert. Tatsächlich jedoch leben wir in Deutschland in einem zunehmend absterbenden Nationalstaat, der von der Substanz seines Staatsvolkes nurmehr zehrt, um globalistische Projekte – Refugees Welcome, Multikulti, Erinnerungskultur, bunte Zivilgesellschaft, Europäische Union, globale Klimawende – auszuhalten. Weder auf wirtschaftlicher, kultureller oder medialer Ebene gibt es ein nennenswertes konservativ-nationalistisches Gegengewicht zum globalistischen Mainstream, und auch auf parteienpolitischer Ebene tritt die AfD zwar teilweise mit einem entsprechenden Programm an, muss sich aber damit schon in ihrem Namen als Alternative zum herrschenden System positionieren. Konservative sind heute in der etwas paradoxen Situation, dass das, was sie bewahren wollen, erst wieder geschaffen werden muss.

Doch birgt diese Situation der Marginalisierung für uns eine gewichtige Parallele zum oben Beschriebenen, insofern dass wir strukturell in der Situation sind, in der sich die (neo-)marxistische Linke in den 1950er- und 1960er-Jahren sah: Wir kämpfen gegen einen totalitären, in sich geschlossenen ideologischen Konsens (Überbau), der auf einer bestimmten politisch-ökonomischen Ordnung (Basis) aufsitzt. In unserem Falle handelt es sich bei dem Überbau um die globalistische Ideologie der einen Menschheit und der grenzenlosen, offenen Gesellschaft; die ökonomische Basis ist das System globalisierter Produktion und entgrenzter Waren-, Geld- und Personenflüsse, zuzüglich individualistischem Konsumzwang.

Doch die Parallele geht noch weiter. Nicht nur können wir das Basis/Überbau-Schema auf unsere Situation anwenden, sondern sogar das Telos der Marxisten, die Unterdrückten gegen die Unterdrücker zu vertreten. Im Gegensatz zu ihnen, die gesunde Gesellschaften für krank und falsch erklärten, stehen wir einer objektiv kranken Gesellschaft gegenüber, die ihre eigene Grundlagen – Familie, Nation, Gott – fortwährend bekämpft. Im Gegensatz zu ihnen, die den Kapitalismus selbst dann für unterdrückerisch erklärten, wenn er von einem starken Nationalstaat beherrscht werden konnte, stehen wir entgrenzten Finanz-, Waren- und Personenströmen gegenüber, deren kapitalistische Nutznießer ihre Nationen bereitwilligen dem Profitstreben opfern oder gar nicht mehr in nationalen Rahmen zu agieren gezwungen sind. Zuletzt bekämpften die Marxisten aktiv nationale Bourgeoisien und Politik-Establishments, die das Beste für ihre Nationen wollten. Wir hingegen stehen neben dem globalisierten Kapital auch noch einer transnational denkenden und fühlenden politisch-medialen Klasse gegenüber, die unsere Identität und unsere Nation hasst, und die nicht die geringsten Skrupel hätte, das deutsche Volk von heute auf morgen gegen eine fremdstämmige, weniger intelligente und deshalb machtlose Mischbevölkerung auszutauschen.

In anderen Worten: Während die Marxisten von sich nur behaupteten, auf der Seite der Unterdrückten gegen die Unterdrücker zu kämpfen, stehen wir tatsächlich auf der Seite des Volkes gegen das globalistische Kapital. Politökonomisch gesprochen vertreten wir als Konservative somit die Interessen des nationalen Proletariats, der Angestellten und des Mittelstandes gegen die Interessen des exportorientierten Großkapitals und der internationalen Technologie- und Medienkonzerne. Kulturell gesprochen vertreten wir die Prinzipien Familie, Identität und Tradition gegen Individualismus, LGBT-Ideologie und Wurzellosigkeit. In diesem Kampf sind wir nicht die alten Herren, die ihre Pfründe verteidigen, sondern wir sind die Rebellen, der Widerstand gegen das Globalkapital, gegen die globalistischen Eliten und gegen ihre One World-Ideologie. Paradoxerweise hat sich (unter anderem) durch die kulturmarxistische Unterwanderung im Zuge der Globalisierung die Situation eingestellt, dass wir Konservative nun tatsächlich in der revolutionären Rolle sind, in der sich die Marxisten von damals gerne sehen wollten. Dies ermöglicht es uns, ihre Waffen aufzunehmen – neben dem eingangs beschriebenen Basis/Überbau-Modell vor allem auch Althussers Modifizierung desselben:

Staat und Ideologische Staatsapparate

Wir sahen also eingangs ein visuelles Modell, das die kapitalistische Gesellschaft in ihre wirtschaftliche Basis und ihren ideologischen Überbau teilt, wobei „ideologisch“ hier die Gesamtheit aller nicht-wirtschaftlichen Aspekte der menschlichen Gesellschaft (sprich: Politik, Wissenschaft, Kultur, Religion) bezeichnet. Althusser sieht, das dieses Bild gewisse Stärken hat, aber die überkomplexen Entwicklungen seiner Zeit (er schreibt 1970) nicht mehr abzubilden in der Lage ist. Aus diesem Grund greift er zu einer grundlegenden Modifikation: Er integriert das abstrakte marxistische Modell von Basis und Überbau in die konkrete Realität des Staates.

Den Staat, so argumentiert Althusser, hat der klassische Marxismus von Marx über Lenin bis in seine Zeit sträflich auf diejenigen Organe reduziert, die einer revolutionären Machtübernahme direkt im Wege stehen: Parlament, Gerichte, Regierung, Polizei und Armee – getreu nach Engels Äußerung, der Staat sei nichts als “eine Gruppe bewaffneter Männer”. Mit dieser Reduktion des Staates auf die staatliche Gewalt habe der Marxismus jedoch das Wesentliche des Staates übersehen: Dieser sei nicht für sich (also nach dem staatlichen Selbstverständnis, was Staat ist und was nicht) zu betrachten, sondern an sich – nach der strukturellen Frage also, welche Institutionen tatsächlich die Macht der herrschenden Klasse über die beherrschte Klasse, die Staatsmacht, sichern. Weil die Herrschaft der herrschenden Klasse über die beherrschte Klasse jedoch weit über die bloße Gewalt der (sichtbaren) staatlichen Institutionen hinausgeht – weil etwa die Polizei einen Streik gar nicht erst niederknüppeln muss, wenn die Arbeiter durch Medien und Konsum stillgestellt werden – sieht Althusser, dass die Staatsmacht viel mehr umfasst als die Kontrolle über Legislative, Judikative und Exekutive: Auch diejenigen Institutionen, die die Herrschaft ideologisch absichern, zählt er fortan zum Staat.

Auf dieser Grundlage nun trifft Althusser eine folgenschwere Unterscheidung: Er identifiziert den Staat mit dem Überbau und spaltet diesen zugleich in zwei „Stockwerke“: Das untere Stockwerk nennt er den repressiven Staatsapparat, das obere nennt er die Ideologischen Staatsapparate.

Der repressive Staatsapparat umfasst all jene Institutionen, mit denen eine revolutionäre Bewegung in direkten Konflikt gerät: Finanzamt, Polizei, Gerichte, Strafvollzug, Psychiatrie, Verfassungsschutz, Regierung, Zensur – kurz: alle Institutionen, die direkt und mit Repressionen bis hin zu körperlicher Gewalt reagieren. Wir können an einer Figur wie Martin Sellner sehen, wie dies vonstattengeht: Er wird fortwährend angezeigt, seine Steuern werden dreimal überprüft, man stellt ihn vor Gericht, überwacht ihn, sperrt seine Internet- und Bankkonten, erschwert ihm Ein- und Ausreise. Zudem wird laufend versucht, ihn in einen Kontext mit Terroristen und anderen Geisteskranken zu bringen – eine Einsperrung oder Einweisung steht also zumindest unausgesprochen im Raum. Antifa-Übergriffe gegen ihn können wir sogar als Agieren des globalistischen repressiven Staatsapparates betrachten; das Erfüllungsgehilfen-Verhältnis der Antifa zu den Interessen des internationalen Finanzkapitals drückt sich verkürzt in der Verschwörungstheorie von den Soros–Demogeldern aus.

Vor diesem Hintergrund können wir auch das Phänomen der fortschreitenden Anarchotyrannei sinnvoll einordnen: Geht es gegen politische Dissidenten und die Unterdrückung der beherrschten Klasse (Volk) gegen die herrschende Klasse (Globalisten), wird penibel auf die Einhaltung von Regeln gepocht und das Gewaltmonopol des repressiven Staatsapparates brutal ausgenutzt. Dies trifft immer dann zu, wenn Patrioten wie Martin Sellner sich dem globalistischen Mainstream öffentlichkeitswirksam entgegenstellen; dies trift aber auch bisweilen dann zu, wenn Linksextreme Villenviertel angreifen oder Islamisten den Geschäftsbetrieb großer Innenstädte stören, auch wenn wir als Konservative Repressionen gegen Linksextreme und Islamisten selbstverständlich (aus anderen Gründen) befürworten. Geht es hingegen um Clankriminalität, Straßenbanden und andere Phänomene, die die Staatsmacht der Globalisten nicht gefährden, gibt es für den repressiven Staatsapparat gar keinen Grund, besonders hartnäckig aktiv zu werden. Im Gegenteil nützen z.B. die Plünderungen und Brandanschläge von Black Lives Matter auf den amerikanischen Einzelhandel den Interessen von Google und Amazon. Konservative müssen sich also insbesondere der Tatsache bewusst werden, dass der repressive Staatsapparat (Polizei, Justiz, Militär etc.) solange unser Feind ist, wie die Staatsmacht in den Händen der Globalisten liegt.

Dem repressiven Staatsapparat stehen die Ideologischen Staatsapparate gegenüber. Ihrer sind viele an der Zahl, und sie gehören nicht alle offiziell zum bürgerlichen Staat, obwohl sie insgesamt noch wichtiger für den Erhalt der Staatsmacht sind als die Repressivorgane. Zu den Ideologischen Staatsapparaten gehören alle diejenigen Institutionen, die die bestehende Ordnung – Transformation und Auflösung der Nation durch ihre globalistischen Beherrscher – ideologisch stützen. In Deutschland umfasst dies konkret das Schulsystem und die Hochschulen (den Bildungs-ISA), die großen Kirchen (den religiösen ISA), die Jugendämter, Beratungsstellen und Familiengerichte (den familiären ISA), das Vereinswesen (sozialer ISA), die öffentlichen und privaten Medienanstalten von ARD über Sat1 bis PornHub (den medialen ISA), die gesamte Kultur- (d.h. Kunst-/Theater-/Literatur-/Film-/Videospiele-/Musik-/Freizeit-) Industrie (den kulturellen ISA), sowie zunehmend die sozialen Medien von Facebook über Twitter bis hin zu Tinder (Social Media – ISA).

Wir sehen, dass insbesondere die kulturellen, medialen und Social Media – Ideologischen Staatsapparate zunehmend privat und international tätigt sind (häufig mit Sitz in Amerika), während die klassischen ISA (Kirchen, Bildungssystem, staatliche Familienverwaltung, Vereinswesen) noch de jure national verankert sind. Im Gegensatz zu Althusser, der dies noch nicht sehen konnte oder wollte, müssen wir also die ISA noch einmal in alte (strukturell nationale) ISA und neue (strukturell globalistische) ISA aufteilen, wobei die Grenzen hier insofern fließend sind, dass z.B. die katholische Kirche seit jeher globalistisch organisiert ist und die alten ISA zwar strukturell national verankert sind, aber ihrer Funktion nach ebenso vollständig der globalistischen Klasse dienen wie die neuen, offen globalistischen ISA.

Einen Sonderfall – und dies ist für viele Konservative wohl ein weiterer Paradigmenwechsel – stellen Wahlen und Parlamente dar. Wir wissen, dass Deutschland von einem Parteienkartell regiert wird, das von der Kipping-LINKEN über SPD, Grüne und CDU bis hin zu Teilen der AfD einen grundsätzlichen pro-globalistischen Konsens pflegt und sich nur über die Details der Umsetzung globalistischer Projekte uneins ist. Parteien und Parlamente dienen insofern hauptsächlich der offiziösen Legitimierung (durch Wahlen) der herrschenden antinationalen Politik; wir können sie daher unter dem Begriff politischer ISA den Ideologischen Staatsapparaten zurechnen. Ihre Funktion ist buchstäblich die ideologische Rechtfertigung dessen, was sowieso geschieht. Die fortschrittlichste (da antinationalste) Partei – die Grünen, 2020 ideologisch tonangebende Bergpartei – kokettieren aus diesem Grund auch offen mit autoritären, postdemokratischen Herrschaftsformen: Sie haben den politischen ISA nicht mehr unbedingt nötig, um ihre Form der globalistischen Klassenherrschaft zu legitimieren.

Weiterhin gibt es funktionale Überschneidungen: Auch der repressive Staatsapparat greift auf Ideologie zurück, und auch die Ideologischen Staatsapparate greifen auf Repressionen zurück. So sehen wir zum Beispiel aktuell (Stand 02.09.2020), dass die drei Polizisten, die das Reichstagsgebäude vor den Corona-Demonstranten beschützten, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgestattet werden sollen. Ein noch besseres Beispiel sehen wir in den USA: Dort ist ausgerechnet das Militär, das weltweit für die Durchsetzung von Globalismus, LGBT-Agenda und Finanzkapital kämpft, ein Hort der pseudopatriotischen Indoktrinierung. Soldaten, die faktisch gegen die Interessen des traditionellen (mehrheitlich weißen, christlichen) amerikanischen Volkes in den Krieg ziehen, werden gleichzeitig mit „America ist the best“-Rhetorik und Fahnen-Anbetung gehirngewaschen und gefügig gemacht. Zugleich sehen wir auch, wie Ideologische Staatsapparate repressive Maßnahmen verwenden: Ob in der Schule der einzige Schüler, der sich gegen Masseneinwanderung ausspricht, von den anderen ausgeschlossen und von den Lehrern bestraft wird, oder ob Martin Sellner auf Anraten amerikanischer Pressure Groups von YouTube, Twitter und PayPal gesperrt wird: In beiden Fällen sehen wir, wie die Ideologischen Staatsapparate unerwünschte Aussagen und Personen durch Zensur gefügig machen, wenn sie mit ideologischer Indoktrinierung nicht weiter kommen.

Ideologie

Wenden wir das bis hierhin Erarbeitete auf die Realität an. Wir können uns idealtypisch die Ideologieproduktion im Alltag eines deutschen Jungen vorstellen: Schon im Kindergarten wird ihm erzählt, dass er als Junge genauso gut ein Mädchen sein könnte und dass am wichtigsten bunte Vielfalt ist. In der Grundschule hört er im Religionsunterricht, dass der Islam und das Judentum ebenso wertvoll wären wie das Christentum. Auf dem Gymnasium wird dem nunmehr Jugendliche neun Jahre lang von linksgrünen Lehrern erzählt, er würde eine Verantwortung zur Erinnerung an NS-Verbrechen tragen und dass Deutschland eine wichtige Vorreiterrolle in Klima- und Flüchtlingsrettung spielen müsse. Nach der Schule nimmt er mit seiner Fußballmannschaft an einem Flüchtlings-Integrationsturnier teil und abends erzählt ihm Böhmermann, dass die AfD die neue NSDAP sei. Nach dem Abitur hat der junge Mann dann die Möglichkeit, mit den neuen Deutschen um begehrte Ausbildungsplätze zu konkurrieren oder sich an der Universität einzuschreiben und dort weitere drei bis fünf Jahre globalistischer, feministischer und antinationaler Ideologie über sich ergehen zu lassen. Selbst im Konfirmationsunterricht wurde ihm vom grünen Pfarrer erzählt, der Kern des Christentums sei sanfte Kastratenliebe und Aufnahmebereitschaft gegenüber allen Menschen in der Welt. Zuletzt steht noch in der Tinder-Bio seiner potentiellen Partnerinnen irgendetwas von „weltoffen“. Von Dissidenten wie Martin Sellner kann er gar nicht viel halten, schließlich sind diese von allen großen Plattformen gesperrt, und die Medien bezeichnen sie regelmäßig als „Rechtsextreme“ und dergleichen. Zumal die vielleicht wirkmächtigste Ideologie der Jugend, die deutschsprachige Rapmusik, ihm seit Kindheitstagen einredet, dass seine Identität schwach und fremde Identitäten stark wären.

Wie viel Polizei, wie viel Repression braucht die globalistische Klasse noch, um einen solchen jungen Mann von der Rebellion abzuhalten? Die Antwort: Gar keine, er wurde von Kindesbeinen an ideologisch auf Linie gebracht. Wir sehen also, dass die Ideologischen Staatsapparate wirken, lange bevor der repressive Staatsapparat sich irgendwie einschalten muss. Wir erkennen, dass Ideologie wirkt. Doch was ist Ideologie eigentlich genau?

Ideologie ist für Althusser „das System von Ideen und Vorstellungen, das den Geist eines Menschen oder einer gesellschaftlichen Gruppe beherrscht.“ In diesem Sinne ist Ideologie abstrakt betrachtet zunächst einmal weder gut noch schlecht – sie ist einfach nur, und sie hält einen bestimmten Zustand beziehungsweise eine bestimmte Entwicklung aufrecht. Selbstverständlich wäre für Althusser als Marxist diejenige Ideologie, welche die europäischen Kulturnationen um 1900 dominierte (also christlich geprägter Nationalismus), schlecht gewesen, während wir sie für gut befinden würden; ebenso ist die aktuell herrschende Ideologie in den Augen der globalistischen Overlords bei Apple, Amazon und Goldman Sachs – sowie in den Augen ihrer transnational agierenden Avantgarde, der politisch-medialen Klasse – gut, während wir sie aufgrund ihrer zersetzenden Wirkung ablehnen.

Althusser behauptet nun, dass die Ideologie zwar eine überhistorische Struktur, aber keine eigene Geschichte habe, während die einzelnen Ideologien durchaus eine Geschichte besäßen; im Klartext bedeutet das, dass für ihn alle Ideologien im Kern gleich strukturiert sind. Hier müssen wir ihm ein Stück weit zustimmen und doch zugleich vehement widersprechen: Althussers folgende Betrachtungen zum allgemeinen Funktionieren der Ideologie mögen durchaus zutreffen – aber im engeren Sinne nur auf die postchristlichen europäischen Ideologien. In diesem Sinne handelt es sich bei allen modernen (westlichen) Ideologien um säkularisiertes Christentum.

Zu diesen Ideologien jedenfalls macht Althusser drei durchaus zutreffende Beobachtungen, die er allerdings unnötig kompliziert darstellt. Erstens: „Die Ideologie ist eine ‚Repräsentation‘ des imaginären Verhältnisses der Individuen zu ihren realen Existenzbedingungen.“ Zweitens: „Die Ideologie hat eine materielle Existenz.“ Und drittens: „Die Ideologie ruft die Individuen als Subjekte an.“ Wir eklären im Folgenden diese drei Funktionen.

Die erste Funktion der Ideologie nach Althusser ist, dass sie eine Repräsentation des imaginären Verhältnisses der Individuen zu ihren realen Existenzbedingungen sei. Dies bezieht sich direkt auf den traditionsmarxistischen Glauben, die Ideologie sei Repräsentation der realen Existenzbedingungen: Die Logik des klassischen Marxismus lautet in etwa so, dass beispielsweise die feudale Gesellschaft mit ihrer starren, auf unmittelbarer Gewalt und Blutsbanden fußenden Hierarchie sich in den Köpfen ihrer Mitglieder als göttliche Ordnung darstellte; ebenso denkt der klassische Marxismus, dass z.B. der Sozialdarwinismus eine ideologische Verarbeitung des kapitalistischen Konkurrenzprinzips sei. Hiergegen wendet Althusser ein, dass die einzelnen Gesellschaftsmitglieder gar keine Repräsentation der komplexen gesellschaftlichen Verhältnisse im Kopf haben können (dafür bräuchten sie den abstrakten Überblick des Theoretikers), sondern stets nur ihr eigenes imaginäres Verhältnis zu den Verhältnissen ideologisch verarbeiten. Diese Beobachtung leuchtet ein: Die Ideologie eines Milieus (beispielsweise die grüne Ideologie der akademischen Mittelschicht) geht niemals von einem Begreifen des „großen Ganzen“ aus, sondern schließt stets von der eigenen Situation auf das große Ganze. Daher die Neigung geknechteter Malocher zu Verschwörungstheorien, daher die Neigung behüteter Mittelschichtskinder zu Sozialutopien. Ideologie ist stets subjektiv vermittelt.

(Wir erinnern uns an Ernesto Laclaus horizontal-äquivalente Anliegen, die zunächst voneinander getrennt sind und erst von einem Anführer zu einem Gesamtinteresse synthetisiert werden müssen – derselbe Prozess muss ihre subjektiven Ideologien anhand der Anführer-Figur zu einem kohärenten Weltbild schmieden.)

Die zweite Funktion der Ideologie ist leichter verständlich: Ideologie hat eine materielle Existenz. Zwar definiert Althusser sie zuvor als „das System von Ideen und Vorstellungen, das den Geist eines Menschen oder einer gesellschaftlichen Gruppe beherrscht.“ Doch diese Ideen und Vorstellungen schweben nicht frei im Raum, sondern sind an bestimmte Symbole und Rituale gebunden, ohne die sie sich sehr schnell in Gerücht und Luft auflösen. Das imaginäre Verhältnis der einzelnen Menschen zu den gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen, das sich in ihren Vorstellungen über die Welt ausdrückt, entsteht somit nicht nur in ihrem Kopf. Etwa der Schüler, um sich als Schüler wahrzunehmen, muss morgens mit dem Schulranzen vor der Schultür warten, muss zu Stundenbeginn an seinem Platz sitzen und dem Lehrer rituell einen Guten Morgen wünschen, muss in der Pause mit anderen Schülern auf den Schulhof gehen, etc. Der Gläubige in der Kirche muss bestimmte Handbewegungen und Aussagen vollziehen, er muss aufstehen und sich hinknien (“Knie dich hin, bete, und du wirst glauben”), muss das Sakrament empfangen und beichten.

Ein noch eindrücklicheres Beispiel dafür, wie Ideologie buchstäblich produziert wird, ist das politische System von Wahlen und Parlamenten: In bestimmten Zyklen dürfen bzw. müssen alle Stimmberechtigten unter besonderen Vorkehrungen ein Kreuz auf einem Zettel machen; nach der Auszählung dieser Kreuze setzen sich dann bestimmte Menschen in einer bestimmten Sitzordnung in die Parlamente und kommen dort regelmäßig zusammen. Der politische Wille der Bevölkerung wird somit notwendigerweise auf ein Links-Rechts-Schema projiziert – ganz ungeachtet der Tatsache, dass seit nunmehr 200 Jahren dasselbe Schema als “veraltet” kritisiert wird – und jede politische Entwicklung, die von diesen gewählten Versammlungen ratifiziert wird (auch nachträglich), erhält den Status der politischen Legitimität. Wir sehen in diesen wie in den anderen Beispielen, dass bestimmte Ideologien, bestimmte Weltbilder, untrennbar mit bestimmten materiellen Handlungen verbunden sind und durch diese erst hervorgebracht werden.

Drittens und letztens ruft die Ideologie die Individuen als Subjekte an. Diese Funktion der Ideologie ist sehr abstrakt; am ehesten können wir sie nachvollziehen, wenn wir Subjekt im grammatischen Sinne verstehen. Die Ideologie formuliert gewissermaßen eine Erzählung, in der das Individuum, das die Ideologie in seinem Kopf trägt, als handelndes Subjekt tätig wird. Gleichzeitig wird das Individuum als dieses Sbujekt angerufen, beziehungsweise: Ihm wird eine Rolle zugewiesen. In der ersten und wichtigsten modernen Ideologie – der Ideologie der Menschenrechte – ist es der abstrakte Mensch (ein säkularisierter Christus), mit dem das Individuum sich identifizieren soll; in allen folgenden modernen Ideologien sind es bestimmte Menschentypen (Bürger, Arbeiter, Arier, People of Color, LGBTQI-Personen, etc.) – also bestimmte Modifikationen und Eingrenzungen des Menschen, nach denen die konkreten Individuen ein- und aussortiert werden.

Jede dieser Ideologien erfordert gewissermaßen eine Selbstbewusstwerdung der jeweiligen Individuen als die entsprechenden Subjekte. Sinnbildlich zieht Althusser ein Beispiel aus der Kriminal-Ideologie heran, in der ein Polizist einen Passanten mit “He, Sie da! Stehen bleiben!” anruft. Dem Passanten bleibt keine andere Wahl, als entweder stehen zu bleiben und sich somit als braven Bürger subjektivieren zu lassen oder wegzurennen und sich als flüchtenden Kriminellen subjektivieren zu lassen. Die Anrufung funktioniert so oder so, und sie ordnet dem Individuum so oder so einen bestimmten Subjektstatus zu.

Abschließend können wir resümieren, wie diese drei Funktionen die modernen Ideologien als säkularisiertes Christentum kennzeichnen: Indem sie das imaginäre Verhältnis des Einzelnen zu den gesellschaftlichen Verhältnissen repräsentieren, stellen sie eine subjektive Vermittlung von Besonderem und Allgemeinem dar – im Christentum ist Jesus der menschgewordene Gott und somit die personifizierte Vermittlung von Besonderem und Allgemeinem im konkreten Subjekt. Weiterhin haben die Ideologien eine materielle Existenz in den Ideologischen Staatsapparaten – und auch Christus lehrt seine Kirche, die Taufe, die Messe und die anderen Sakramente zu verabreichen, in denen der Glaube sich ausdrückt. Schließlich ruft die Ideologie die konkreten Individuen als Subjekte an – wie Christus spezifisch seine Jünger und den Paulus und allgemein jeden Gläubigen aufruft, ihm nachzufolgen und eins mit ihm zu werden.

Wir sehen also, wie wesentliche Kernelemente des Christentums strukturell in den Funktionen der modernen (postchristlichen) Ideologien wieder auftauchen. Der Atheist Althusser meint selbstverständnlich, das Christentum sei eben eine Ideologie unter vielen. Als Konservative verstehen wir jedoch, wie das Christentum die europäischen Völker und ihre spezifischen Denk- und Lebensweisen über Jahrhunderte formte, und dass dieses kulturelle Erbe untrennbarer Bestandteil der gewachsenen Identitäten der Deutschen, Franzosen, Dänen, Italiener, Spanier, Polen, Portugiesen, Russen und aller anderen christlichen europäischen Völker ist. Die modernen Ideologien hingegen, angefangen mit der Menschenrechts-Ideologie von 1789 über Bolschewismus und Feminismus bis hin zur postmodernen Identitätspolitik und zum Kult um den Anti-Christus George Floyd sind durchweg staats- und volkszersetzendes Gift.

Fazit

Unsere Betrachtung der Althusserschen Theorie hat uns im Wesentlichen vier Dinge gelehrt: Wir haben uns das marxistische Basis/Überbau-Modell vor Augen geführt; wir haben gelernt, uns selbst als Konservative in der revolutionären Rolle zu verstehen; wir haben das Funktionieren der Ideologischen Staatsapparate betrachtet; und wir haben die Struktur der modernen Ideologien als säkularisiertes Christentum verstanden.

Was bedeutet dies konkret? Konkret heißt dies, dass wir uns die Ideologischen Staatsapparate als verschieden Priesterschaften derselben großen Kathedrale vorstellen müssen. Diese Kathedrale wurde ursprünglich zur spirituellen Erbauung der Nation gebaut (die ISA sind säkularisierte Kirchen), doch wird dort nurmehr ein irdischer Götze (der abstrakte, wurzellose Mensch) angebetet. Die Hohepriester dieses Menschen hassen die alten Wahrheiten (Familie, Nation, Tradition) und wollen an ihre Stelle den Glauben an die Eine Welt und ihren Sohn, den Menschen (vorzugsweise nichteuropäisch, konsumorientiert und unpolitisch) durchsetzen. Sie tun dies, weil ihre eigenen Herren nicht mehr national verwurzelte Könige und Industriebarone sind, sondern wurzellose internationale Finanzeliten und größenwahnsinnige Technologiemonopolisten.

Als Konservative – das heißt als solche, denen Familie, Nation und Tradition die obersten Wahrheiten sind – haben wir die Kathedrale verlassen und uns von ihrem Einfluss auf unseren Geist befreit; wir glauben ihre Ideologie nicht mehr, oder haben sie niemals wirklich geglaubt. Doch mit uns sehen wir noch viele andere aus der Kathedrale herausfallen; aus ihren Fenstern und Türen quillt es hervor, weil immer mehr Leute ihr Glück in ihren unheiligen Hallen verlieren, und weil zugleich immer mehr Unerwünschte von ihrer neuen Lehre aussortiert sind: Alle, die weiß, männlich, christlich, heterosexuell sind – das Salz der Erde – werden als Nächstes herausfallen. In den USA ist es bereits so weit.

Deutschland ist nicht die USA, mag man an dieser Stelle einwenden. Doch auch in den USA stellten vor 60 Jahren die Weißen satte 85% der Bevölkerung dar – in 20 Jahren werden es knapp 50% sein. Wir müssen davon ausgehen, dass eine grüne Regierung, die wir ab 2021 oder spätestens 2025 auf Bundesebene haben könnten, Millionen Nicht-Europäer nach Deutschland holt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass noch zu unserer Lebenszeit ein Geburtenjahrgang in Deutschland weniger ethnisch deutsche als nicht-europäische Kinder umfassen wird, und schon in der Lebenszeit unserer Kinder könnten die Deutschen sowie die assimilationsfähigen Europäer in Deutschland nach absoluten Zahlen zu einer Minderheit werden.

Vor diesem Hintergrund stehen wir vor der Aufgabe, uns zu organisieren, eigene Plattformen und Strukturen aufzubauen, Gegenkultur zu schaffen und den zunehmend marginalisierten jungen deutschen Männern ein Konkurrenzangebot zum ideologischen Mainstream zu machen. Wenn die globalistische Kathedrale einstürzt – und sie wird noch in diesem Jahrzehnt einstürzen, sobald die deutsche Exportwirtschaft wegbricht – kommt die Zeit für die Neue Konservative Revolution.

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1 Kommentar

  1. Beeindruckender Text! Komplexe Materie eindrücklich und verständlich dargelegt. Althusser selbst kommt freilich etwas kurz, aber wie man Versatzstücke nutzbar machen kann, wurde hier sehr gut dokumentiert.
    Schön wäre es, den Autor/die Autoren zu erfahren.

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